Zugriffe: 298
 

Gebietswanderweg Seifhennersdorf-Zittau  

 

Seifhennersdorf-Mönchsberg-Leutersdorf Folge-Großer Stein-Spitzkunnersdorf-Weißer Stein-Hainewalde-Roschertal-Zittau

Dieser Wanderweg kommt vom Wolfsberg (Mandauquelle) und Rauchberg (Gasthaus) in Tschechien über Seifhennersdorf, Ortsteil Seifen, zu uns. Dabei führt er südlich am Mönchsberg (392 m, Basalt) vorbei und heißt deshalb auch Mönchsbergweg

          

Am Südrand des ehemaligen Zittauer Teiches (Großer Hennersdorfer Teich, Seyfenteich, Mönchsteich), der knapp 23 ha groß war, geht es dann entlang. Von 1566-1803 betrieben die Zittauer Ratsherren hier Karpfenhaltung. Als der Damm wegen schlecht verlegter Abflussrohre undicht wurde, brach er 1803 schließlich. In Niederleutersdorf reichte der Teich bis an den Dammweg heran. 

Auf dem schnurgeraden Weg kommen wir dann am ehemaligen Silo vorbei, um gleich danach ein kleines Gehölz (Großers Büschel) zu durchwandern. An dessen Ostrand wird der Grenzfischelgraben überquert. Ein Abstecher nach rechts führt zum Flächennaturdenkmal der Orchideenwiese und wäre im Mai/Juni lohnend. Der Graben aber mündet links unten in das Leutersdorfer Wasser. Dort wurde im 19. Jahrhundert wiederholt nach Braunkohle gebohrt. Der Abbau war aber nicht sehr ertragreich. Die Bergwerkbrücke erinnert noch an diese Zeit und eine Resthalde unten links sowie ein weiteres kleines Wäldchen unten rechts (wo der Schacht war). Viel erfolgreicher war dagegen der Bergbau auf Seifhennersdorfer Flur, südwestlich vom Richterberg. Zur Braunkohle kam dort im 20. Jahrhundert noch Ölschiefer. Beides wurde im Tiefbau abgebaut. Ölschiefer wurde in der Industrie nach Brennen bei 1000°C als Polier- und Schleifmittel eingesetzt, z.B. auch für Edelmetalle. Deshalb sagte man auch Polierschiefer. Das Brennen erfolgte in der Ziegelei Ebendörfel bei Bautzen. Noch heute sind die Abraumhalden am Richterberg interessant wegen diverser pflanzlicher, seltener auch tierischer Fossilienfunde aus dem Tertiär.

Wir sind nun auf der Flur des Leutersdorfer Ortsteils Folge, der erst 1956 zu Leutersdorf kam. Oben an der Wegweisergabel könnte man einen Abstecher nach links machen, um im Cafe "Am Großen Stein" einzukehren.

                       

Noch ist es nur von Freitag-Sonntag ab 14 Uhr geöffnet, da es noch im Aufbau steht. Der selbstgebackene Kuchen ist aber immer verlockend. An der Gabel zurück, gehen wir den Wirtschaftsweg bergan, gemeinsam mit dem Hauptwanderweg Zittau-Wernigerode (blauer Strich) und dem Oberlausitzer Ringweg (roter Punkt). Nach der Hecke rechter Hand biegen wir rechts ein.

An der Hecke entlang geht es weiter bergauf über eine kleine Holzbrücke. Am großen Wegweiser ist eine Rastmöglichkeit auf der Emmabank empfehlenswert, schon wegen der tollen Aussicht. Der Blick schweift zunächst nach links zum Warnsdorfer Spitzberg. Mit seinen 544 m liegt er in einem tschechischen Grenzzipfel. Gerade aus sehen wir 3 Berge auf einer Linie, die staffelförmig nach rechts (Norden) abfallen: Richterberg (470 m) - Stolleberg (456 m) - Mönchsberg (392 m). Dahinter liegt Seifhennersdorf mit seinem Frenzelsberg (474 m) am Horizont. Dort fallen uns auch weitere 4 Berge auf, die sich Richtung Nordwest anschließen und allesamt in Nordböhmen liegen: Zunächst der Rauchberg (516 m) bei Rumburg, genau dahinter der Wolfsberg (481 m) mit seiner Mandauquelle. Es folgen der Plissen (593 m) und der Pirsken (608 m). Die Berge sind meist aus tertiärem Ergussgestein, also vulkanischen Ursprungs (Phonolith, Basalt).

Wir steigen dann weiter einen Wiesenpfad nach oben, um am Wegweiser sich rechts haltend, bald in den Bergwald des Großen Steines einzutreten. Eine Bank lädt auch hier nochmals zu einer besinnlichen Rast ein. Bald sind wir an einem großartigen Aussichtspunkt angelangt, dem Lauscheblick mit Ruhebank.

                         

Unterhalb von hier sind auf dem Flächennaturdenkmal so manche botanische Kostbarkeiten zu finden. So kommen hier u.a. der Feldenzian, das Preußische Laserkraut, Nördlicher Streifenfarn und die Silberdistel vor.

Bald folgt nach weierem Aufstieg der nächste Wegweiser. Wenn wir uns bei entsprechendem Wetter für einen Gipfelbesuch entscheiden, werden wir an der Tafel links zunächst von Geheimrat Goethe begrüßt:

                                 Über allen Gipfeln ist Ruh!

Das Profil des Dichterfürsten ist rechts am kleineren Gipfelfels auszumachen (Goethekopf mit Gesicht nach oben). Am eigentlichen Gipfel (471 m)  ist die Aussicht vom Säulenmassiv phantastisch. Es zeigt sich das typische Relief der südöstlichen Oberlausitz und des angrenzenden nordböhmischen Raumes. Geprägt ist es durch viele Kegelberge aus Basalt und Phonolith. Die Absturzgefahr sollte man aber nicht unterschätzen. 60 m Höhenunterschied haben wir von der Emmabank bis nach  hier oben überwunden. Sogar ein kleines Gipfelbuch ist seit 2009 Jahren hier zu finden.Der Bergsteiger Heinz Kittner hat es uns gespendet.

                      

Der Sportschützenverein Spitzkunnersdorf hat 2007 diese schöne Aussichtsstelle nach Osten mit Bank und Tisch zur Rast gestaltet.

                      

Wenn wir dann hinunter zur S 135 kommen, überquren wir diese. Ein Aussichtspunkt mit den eingravierten Bergen ist dabei interessant. Die beiden anderen Wanderwege haben uns nun nach rechts abbiegend verlassen. Über einen Wiesenweg gelangen wir in das hübsch gelegene alte Waldhufendorf Spitzkunnersdorf mit vielen schönen Umgebindehäusern, das wir bei Petras Friseursalon erreichen. Auf die Dorfstraße stoßend, kommt der "grüne Strich" als Wanderweg hinzu. Wir gehen ein Stück nach rechts, um dann wieder links abzubiegen, den Dorfbach überquerend. Bald sind wir an der Hauptstraße. Diese wird überquert und bergan geht es Richtung Forstenberg. Am Waldrand verlässt uns der "grüne Strch" wieder. Wir gehen jetzt nach rechts und genießen dabei die schöne Aussicht. Am Kottmarblick können wir auf der Bank wieder rasten.

Dabei ist der Kottmar einer der berühmtesten Berge in der Oberlausitz. 583 m ist er hoch und an seinem Südhang entspringt die Spree in 9 km Entfernung von hier.

Unser Weg führt nun in den Wald hinein und bald am Schwarzen Stein vorbei. Dies ist eine geologische Besonderheit und gehört zum Komplex des Forstenberges. Hier an dessen Westseite zeigen sich die dunklen Phonolithklippen (Klingstein), die in südliche Richtung schuppenförmig einfallen.

Sie entstanden im Tertiär vor ca. 28 Mio. Jahren durch Erstarren des Lavastromes, der gangartig nach oben drang und beim Abkühlen diese typischen Platten/Schuppen hervorbrachte. Die Flanken des Berges sind mit Gesteinstrümmern übersäht. Nach weiterem Anstieg treffen wir bald wieder auf unseren "grünen Strich", der den Forstenberg östlich umrundete. Gemeinsam geht es ein Stück nach rechts, um bald auf die Orientierungstafel zu stoßen.

               

Hier kommen mehrere Wanderwege zusammen. Es ist einer der dichtesten Wanderknoten in der Oberlausitz. Wir wenden uns nach links und kommen bald am Weißen Stein vorbei (Beschreibung siehe Hauptwanderwg blauer Strich). Er wird auch Karasekhöhle genannt. Die Legende will es, dass der berüchtigte Räuberhauptmann Karasek mit seiner Bande hier sogar Schätze versteckt hätte. Das müsste dann 1800 oder davor gewesen sein. Wir wandern weiter nach Südosten und biegen dann nach links ab. Auf Hainewalder Flur liegt rechts vom Wege (etwa 60 m) bei Felsformationen im Gebüsch der Rudolphstein. Er ist aus Sandstein mit barocken Verzierungen. Seine Aufschrift besagt, dass hier 1763 ein Waldarbeiter aus Hainewalde beim Sturz von einem Baum ums Leben kam. Weiter geht es schließlich Richtung Kälberbusch und nach Hainewalde.

 

Streckenlänge Seifhennersdorf OT Seifen-Abzweig Rudolphstein: 6 km

 

Text und Fotos Dietmar Eichhorn, Wegewart Leutersdorf