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           Zittauer Gebirge - Rotstein       

Jonsdorf - Großschönau - Hainewalde - Weißer Stein / Karasekhöhle - Sprungschanze - Spitzkunnersdorf - Hofeberg - Oderwitzer Spitzberg - Oberoderwitz - Birkmühle - Herrnhut - Rotstein - Zoblitz

Unser Gebietswanderweg erreicht nahe der Lindebergkreuzung Spitzkunnersdorfer Flur. Vorbei geht es gemeinsam mit anderen Wanderwegemarken am Weißen Stein/Karasekhöhle. Der Sage nach hatte die Räuberbande um Karasek einst hier ihr Diebesgut versteckt.

              

(Beschreibung siehe "blauer Strich"). Bei der Orientierungstafel biegen wir rechts ab

              

und an der bald  folgenden Wegetrennung vom "gelben Strich" nochmals rechts. Der Forstenberg wird nun südlich umrundet. Ein Abstecher zum Gipfel ist ausgeschildert (Infotafel und Gipfelbuch findet man dort). 457 m werden erreicht, wobei die Klippen mauerartig angeordnet sind und einen Grat bilden. Das Ergussgestein durchdrang im Tertiär vor 28 Mio. Jahren als gangartige Lavamasse den etwas älteren und sehr harten Basalt: es ist der graue Phonolith, ein vulkanisches Gestein.  Zurück auf unserer Runde, ergeben sich nun sehr reizvolle Aussichten. Zum Beispiel am Isergebirgsblick (Tafelfichte, 1124 m) oder am Landeskronenblick. Auf den Ruhebänken kann man dabei rasten und die landschaftliche Schönheit so richtig genießen. Die Sprungschanze wird passiert. Hier ist ein kleine Schmuckstück entstanden. Das Skispringen hat  in Spitzkunnersdorf eine lange Tradition (an dieser Stelle seit 1958). 2011 wurde der Schanzenauslauf neu gestaltet.

Unser grüner Strich geht am Waldrand weiter und trifft schließlich wieder auf den gelben Strich. Beide führen ins Tal und überqueren die Hauptstraße. Dabei fällt uns ein Wanderschild aus Holz auf, das volkstümlich gestaltet ist. 1938 begann Richard Ellger Schilder auf diese Art anzufertigen. Wir finden mehrere davon im Ort. Bald erreichen wir die Dorfstraße. Vor dem Friseurgeschäft verlässt uns der gelbe Strich nun endgültig. Am Spitzkunnersdorfer Wasser entlang geht es jetzt talabwärts. Schön ist die Ortsanlage als Waldhufendorf zu erkennen, wobei die Hufen bei der Ortsgründung (urk. 1347) vom Bach aus fächerartig zu beiden Seiten des Tales angelegt und so vergeben worden sind. Parallele Streifen mit Garten, Haus, Wiese, Feld und Wald ziehen sich hier im Bogen nach oben. Rechts grüßt die Barockkirche (Beschreibung  bei Victoriaweg). Ein Abstecher lohnt sich auf alle Fälle, da sie auch täglich geöffnet ist. Wir kommen weiter an schönen Umgebindehäusern vorbei und nach der Bachüberquerung beim alten Gemeindehaus. Nun biegen wir in den Pappelweg ein und verlassen ihn bald wieder, indem wir links zum Hofeberg aufsteigen.

Der Name sagt uns, dass die Flächen einst zum Hof (dem Rittergut) gehörten, das sich rechts unten befand. Dessen Fluren lagen zu beiden Seiten des Niederdorfes und verfügten über reichlich 100 ha guten Getreideboden. Auch Wald am Forstenberg und das Vorwerk im Wiesenthal gehörten neben dem  Hofeberg  zum Rittergut. 1663 ging der Besitz an die Hainewalder Grundherrschaft über. 

Oben am Waldrand, auf der Singeweise, findet jedes Jahr ein Pfingstsingen statt. Am Waldrand geht es geradeaus weiter mit teils schönen Ausblicken nach links.

An der Bank biegen wir rechts ein in Richtung Gipfelregion. Wenn wir den Wald wieder verlassen, gehen wir ein Stück auf der S 125 weiter nach rechts. Bald verlassen wir diese wieder nach links. Der Wegweiser gibt uns die Richtung zum Oderwitzer Spitzberg an (schmale Betonstraße). Direkt hinter der Hecke steigen wir bergan. Dabei genießen wir die schöne Aussicht zum Kottmar. Im Wald treffen wir bald auf den gelben Strich als Markierungszeichen. Dieser kommt von Leutersdorf über die Sorge herauf. Bald, nach kurzem steilem Anstieg, erreichen wir den Gipfel. Das Gasthaus lädt seit 1891 zur Einkehr ein. Im Hausflur fällt uns der schöne Intarsienschnitt auf: Karasek vor der Kreibichschenke. 510 m Höhe erreichen wir, wenn wir noch die Kuppe aus Phonolith besteigen. Dabei kommt man an der Nagelschen Säule vorbei. Diese besteht aus Granit und wurde 1862 hier aufgestellt, um die Landesvermessung in Sachsen genau vornehmen zu können (158 Messpunkte, Dreiecksberechnung als Grundlage). Kletterfreunde sind am Gipfel schon lange aktiv. Allerdings Vorsicht! Es besteht Absturzgefahr. Die Aussicht vom Oderwitzer Spitzberg gehört zum Schönsten, was wir in der Oberlausitz zu bieten haben (Siehe auch Gelber Strich: Seifhennersdorf-Hirschfelde).

Streckenlänge Lindebergkreuzung-Oderwitzer Spitzberg: 7,5 km

Wegewart in Spitzkunnersdorf: Siegfried Gröllich 
                

Text und Fotos  Dietmar Eichhorn

Quelle: Werte unserer Heimat, Band 16 (1972)